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Deutsche biografische Gesellschaft e. V.
Die Deutsche biografische Gesellschaft (DbG) ist eine Vereinigung von Autoren und Hörbuchproduzenten, die sich der Bewahrung individueller Lebensgeschichten widmen. http://www.deutsche-biografische-gesellschaft.de/ 40821
Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften by Hermann HesseSuhrkamp VerlagDrei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte. Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich. Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster Hermann Hesses Alterswerk „Das Glasperlenspiel“ erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann „Das Glasperlenspiel“ wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden. Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander – jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden. Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung „Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel“, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 5 CD Auch als MC erhältlich. -- culture.text Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften (suhrkamp taschenbuch) by Hermann HesseSuhrkamp VerlagDrei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte. Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich. Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster Hermann Hesses Alterswerk „Das Glasperlenspiel“ erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann „Das Glasperlenspiel“ wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden. Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander – jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden. Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung „Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel“, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 5 CD Auch als MC erhältlich. -- culture.text Karierte Wolken: Lebensbeschreibungen eines Freigekauften. Mit einem Vorwort von Wolf Biermann by Matthias StorckBrunnen-Verlag, GießenLebensbeschreibungen eines Freigekauften. Mit e. Vorw. v. Wolf Biermann Im SED-Staat für seine Überzeugungen einzustehen das hatte einen hohen Preis. So erfährt es der Theologiestudent Matthias Storck. Verraten von einem Freund , durchlebt er die bittere Realität eines Lebens als namenloser Strafgefangener Achtundzwanzig . Sein erschütternder Lebensbericht zeigt einen Menschen, der seinen Blick über das Zellengitter hinaus auf den Himmel richtet und daraus die Kraft gewinnt, in unmenschlichen Verhältnissen Mensch zu bleiben. Matthias Storck trat im SED-Staat für seine Überzeugungen ein und zahlte einen hohen Preis dafür. Von einem Freund verraten, durchlebt er die bittere Realität eines Lebens als namenloser Strafgefangener Achtundzwanzig . Nur der Blick über das Zellengitter hinaus, auf den Himmel gerichtet, schenkt ihm in dieser Zeit die Kraft in den unmenschlichen Verhältnissen Mensch zu bleiben ein deutsches Schicksal. Die Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courasche by Hans Jakob Christoph von GrimmelshausenThis book was converted from its physical edition to the digital format by a community of volunteers. You may find it for free on the web. Purchase of the Kindle edition includes wireless delivery. This book was converted from its physical edition to the digital format by a community of volunteers. You may find it for free on the web. Purchase of the Kindle edition includes wireless delivery. Der seltzame Springinsfeld : Das istkurzweilige, lusterweckende und recht lächerliche Lebensbeschreibung by Hans Jakob Christoffel von GrimmelshausenContumax GmbH & Co. KGE-Book E-Book Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landzerstörzerin Courage / Der seltsame Springinsfeld: Zwei simplicianische Romane aus dem Deutschen des 17. ... und mit einem Nachwort von Reinhard Kaiser by Hans Jakob Christoffel von GrimmelshausenAb - die Andere BibliothekZwei simplicianische Romane Die stärkste Frau der deutschen Literatur-- und ein Gaukler mit Stelzfuß aus dem "Deutschen Krieg" So eine Frau kann man lange suchen: wild, unabhängig, wagemutig-- und für jeden derben Spaß zu haben. Reinhard Kaiser holt "die Courage" ins Hier und Jetzt zurück-- und vergisst auch den seltsamen Herrn Springinsfeld nicht. Ein Jahr nach dem gewaltigen Erfolg seines "Abenteuerlichen Simplicissimus Deutsch" ließ Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen 1669/70 seinem großen Buch zwei kürzere Romane folgen, deren Protagonisten es in sich haben wie der Simplicissimus: der gelernte Gaukler und Tierstimmenimitator Springinsfeld, der sich zuerst als Soldat und später als Bettler durch die verkehrte Welt seiner Zeit schlägt, und die Landstreicherin, Soldatin, Marketenderin, Hure, siebenmalige Ehefrau und spätere Zigeunerkönigin Courage. Packend und präzis in jedem Detail erzählen sie von ihrem wüsten Leben und listenreichen Überleben in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Eine atemberaubende Wucht entwickelt hierbei vor allem die Courage, die ohne jede Scheu, Anstoß zu erregen, dem Verfasser in die Feder diktiert, wie es ihr im Kampf der Geschlechter, der sich inmitten des großen Krieges abspielt, ergangen ist. Wer nur das Stück von Brecht gesehen hat, weiß über diese Frau noch lange nicht Bescheid. Pressestimmen: Das Glasperlenspiel: Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften (suhrkamp taschenbuch) by Hermann HesseSuhrkamp VerlagDie utopische Gelehrtenrepublik Kastalien ist in der ersten Hälfte desdritten Jahrtausends angesiedelt und aus einer Gegenbewegung zu den Wirrendes sog. feuilletonistischen Zeitalters entstanden, dem 19. und 20. Jahrhundert.In dieser Zeit habe der Geist eine unerhörte und ihm selbst nicht mehrerträgliche Freiheit genossen. Aus Verzweiflung über den moralischen Zerfalldieser Gesellschaft schufen weitblickende Menschen schließlich ein neuesReich der Bildung und der Künste. Die höchste Kunst ist die des GlasperlenspielsBei seinen Aufführungen fügen die Spieler Ideen, Gedanken und kulturelleWerte zu neuen Verbindungen zusammen. In dieser Welt wächst die HauptfigurJosef Knecht heran. Durch seine musikalische Begabung macht er erste Bekanntschaftmit den Ideen des kastalischen Ordens. In der Eliteschule der Glasperlenspielergelangt er in den Kreis der Erwählten. Der Gelehrte Jakobus macht ihn mitder Welt der Geschichte bekannt, die in Kastalien nicht existiert. Erstmalsstellt Knecht die Absolutheit des Gelehrtenstaats in Frage und begreift,dass auch die kastalische Kultur nur eine verweltlichte Neben- und Spätformder christlich-abendländischen Kultur ist, dem geschichtlichen Wandel unddamit der Vergänglichkeit unterworfen. Kaum 40-jährig wird Knecht zum MagisterLudi, dem Glasperlenspielmeister, gewählt. Später sieht er für sich dieNotwendigkeit, neue Wege zu beschreiten, und nimmt das Angebot seines JugendfreundesPlinio an, dessen Sohn zu unterrichten. Bei einem Wettschwimmen zwischenSchüler und Lehrer ertrinkt Knecht in einem Gebirgssee. Drei Jahre, nachdem Hermann Hesses ambitioniertes Alterswerk Das Glasperlenspiel (1943) in der Schweiz erschienen war, wurde sein stolzer Autor in Deutschland mit dem Goethe-Preis geehrt. Für den Roman war die Auszeichnung ein doppelter Glücksfall: Zum einen ebnete sie dem Buch auch auf vormals nationalsozialistisch verseuchtem Terrain den Boden; zum anderen machte sie eine Nähe zwischen zwei Autoren deutlich, die der damals 69-jährige Dichter in seiner Entwicklungsgeschichte über Reifung und Abfall des Magister Ludi Josef Knecht schon in der Wahl des Figurennamens formulierte. Tatsächlich stellt Knecht, der im utopischen Kastalien des 23. Jahrhunderts zum Meister des esoterischen Glasperlenspiels avanciert, eine Art umgedrehten Doppelgänger Wilhelm Meisters dar: Versucht er doch, im meditativen Ordensspiel zu vollkommener, an östlicher Weisheit orientierter Demut zu gelangen. Für Hesse war dies eine Art Sieg des Geistes über die materielle Verrohung der Epoche des "feuilletonistischen Zeitalters", das er vor allem in der Barbarei des nationalsozialistischen Deutschlands figuriert sah. Was Goethe im Wilhelm Meister als "pädagogische Provinz" zur höheren Erziehung des Menschengeschlechts bereits angelegt hatte, hat Hesse in seinem Kastalien literarisch Wirklichkeit werden lassen: eine Seelengemeinschaft von in die Regeln des Glasperlenspiels Eingeweihten, an dessen Ansprüchen Knecht allerdings am Ende, von der Außenwelt verführt, in gewissem Sinne scheitert. Das Hesse dem Leser diese Regeln nicht näher erklärt, sondern hinsichtlich seiner Erläuterungen im Nebulösen bleibt, ist ebenso traurig wie verständlich. Leider wirkt Hesses Glasperlenspiel -- ein Kultbuch der 68er-Generation -- aus heutiger Sicht deshalb über weite Strecken allzu verkrampft esoterisch und konstruiert: Als literarische Kette aus Glasperlen statt aus echten Perlen geflochten eben. Trotz dieses Mangels ist das historisch etwas angestaubte Glasperlenspiel immer noch besser also so mancher glanzlose Roman der Gegenwart. Und mit der Sonderausgabe des Romans bei Suhrkamp, die anlässlich von Hesses 125. Geburtstag erschienen ist, liegt zudem eine preiswerte Neuauflage vor. --Thomas Köster Hermann Hesses Alterswerk „Das Glasperlenspiel“ erschien 1943 in Zürich, 1946 erfolgte eine Ausgabe in Deutschland. Bereits 1931 hatte der Autor an dem Werk zu schreiben begonnen. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser letzten großen Prosaarbeit Hesses um keine leichte Kost. Man kann „Das Glasperlenspiel“ wegen seiner Tiefe und Komplexität getrost als Opus für Kenner bezeichnen. Wer sich jedoch damit auseinandersetzen möchte, wird in dem Erziehungs- und Lebensideal, das in einer Synthese von Wissenschaften und Kunst, von Geist und Sinnen besteht, faszinierende gedankliche Ansatzpunkte finden. Der Roman, der den Autor davor bewahrt hat, am Zustand der realen Welt zu verzweifeln, entwirft als fiktive Gegenwelt Kastalien: Es handelt sich um eine streng hierarchisch, dennoch zwangfrei organisierte Ordensgemeinschaft, die die Selbstaufgabe des Einzelnen für den Dienst an der Gemeinschaft idealisiert. Politik, Wissenschaften und Kunst werden hier wieder als Einheit gelehrt und gelebt. Das Glasperlenspiel ist das heiligste Prinzip dieses pädagogischen Ideals: Dieses abstrakte Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur verbindet die unterschiedlichsten Wissensbereiche miteinander – jenseits von Nationalismen, Konfessionen und Ideologien. In dieser utopischen, alternativen Gesellschaft lebt etwa um das Jahr 2400 Josef Knecht, der spätere Glasperlenspiel-Meister. Dieser überzeitliche, jedoch exemplarische Lebenslauf wird von einem Chronisten in 12 Kapiteln erzählt. Josef Knecht wird mit 40 Jahren zum jüngsten Magister Ludi gewählt, 8 Jahre später verlässt er ungehindert den Orden. Bestimmendes Element in der Hörspielbearbeitung von Michael Farin ist die Chronologie von Knechts Leben. Mit puristischen Mitteln wird das Überzeitliche und gleichzeitig Utopische dieses Erziehungsromans umgesetzt. Dabei unterstreicht die meist befremdlich wirkende Musik die Meditation und Kontemplation, die Stimmen scheinen aus einer anderen Welt zu sein. Durch die essayistische Einleitung „Der Versuch einer allgemeingültigen Einführung ins Glasperlenspiel“, gesprochen von Barbara Nüsse, gelingt eine gewisse Strukturierung des Hörspiels. Theorie und Anschauung bleiben so gegenwärtig. Beeindruckend sind die exemplarische Lehrer/Schülerbeziehung (Rudolf Wessely, Ulrich Matthes) oder der Brief Knechts an den Lehrer über das Glasperlenspiel. Hörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 300 Minuten, 5 CD Auch als MC erhältlich. -- culture.text Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landzerstörzerin Courage / Der seltsame Springinsfeld: Zwei simplizianische Romane. Aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts und mit einem Nachwort by Hans Jakob Christoffel von GrimmelshausenAb - die Andere BibliothekZwei simplizianische Romane Die stärkste Frau der deutschen Literatur - und ein Gaukler mit Stelzfuß aus dem "Deutschen Krieg" Leseprobe: Trutz Simplex : Oder Ausführliche und wunderseltsame Lebensbeschreibung, Der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courasche by Hans Jakob Christoffel von GrimmelshausenContumax GmbH & Co. KGE-Book E-Book Lebensbeschreibung des k. k. Kapellmeisters Wolfgang Amadeus Mozart by Franz Xaver NiemetschekBei diesem Werk handelt es sich um eine urheberrechtsfreie Ausgabe. Bei diesem Werk handelt es sich um eine urheberrechtsfreie Ausgabe. |
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